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Gute Cholesterinwerte auch gut fürs Auge

Neue Studienergebnisse zeigen: Auch die Behandlung schlechter Blutfettwerte kann dazu beitragen, das Fortschreiten eines diabetesbedingten Netzhautschadens (Retinopathie) zu verhindern.

Die diabetische Retinopathie, eine Schädigung der Netzhaut des Auges, gehört zu den häufigsten Komplikationen eines Diabetes mellitus – und zu den häufigsten Ursachen der Erblindung bei Erwachsenen. Als Ursache der Retinopathie gelten in erster Linie erhöhte Blutzuckerwerte: Sie greifen die Blutgefäße der Netzhaut an und lösen Durchblutungsstörungen aus. Im Versuch, die Durchblutung der Netzhaut zu verbessern, schüttet der Körper Wachstumsfaktoren aus, die das Aussprossen neuer Blutgefäße anregen. Die neu gebildeten Gefäße sind jedoch schadhaft, so dass es unter anderem zu Einblutungen in die Netzhaut kommt, schlimmstenfalls zu einer Netzhautablösung mit Erblindung.

Bislang gibt es keine Möglichkeit, eine Retinopathie rückgängig zu machen. Daher zielen alle therapeutischen Bemühungen darauf, ihr Entstehen und Fortschreiten zu verhindern. In erster Linie gelingt dies durch eine optimale Einstellung der Blutzuckerwerte. Ob auch eine Verbesserung der Blutfettwerte das Fortschreiten einer Retinopathie beeinflusst, war bislang nicht eindeutig bewiesen.

Blutfettsenkende Behandlung verlangsamt Fortschreiten

Im Rahmen einer großen Studie (ACCORD-Studie) wurde unter anderem untersucht, wie sich eine blutfettsenkende Therapie bei Diabetes-Patienten auswirkt. Die Teilnehmer erhielten dazu entweder ein blutfettsenkendes Präparat aus der Gruppe der Statine oder eine Kombination aus einem Statin und dem Blutfettsenker Fenofibrat.

Während die intensivierte blutfettsenkende Therapie die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall nicht beeinflussen konnte, zeigte sich interessanterweise, dass die Zahl der Patienten, bei denen sich der diabetesbedingte Netzhautschaden verschlechterte, von 10,2 Prozent (Behandlung mit einem Statin) auf 6,2 Prozent (Behandlung mit einem Statin plus Fenofibrat) verringerte.

Intensive Blutdrucksenkung für die Augen schädlich?

Daneben wurde im Rahmen der ACCORD-Studie auch untersucht, wie sich eine intensive Senkung erhöhter Blutdruckwerte auswirkt. Auch hier zeigte sich überraschenderweise, dass eine Senkung des oberen (systolischen) Blutdruckwertes unter 120 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) die Rate von Herzinfarkten oder Schlaganfällen nicht wesentlich beeinflusste. Auch das Fortschreiten von Netzhautschäden wurde nicht verhindert. Im Gegenteil schien es unter der intensiven Blutdrucksenkung sogar häufiger zu einer Verschlechterung der Netzhautschäden zu kommen.

Quelle: www.diabetes-ratgeber.net, 22.07.2010

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